Chakra
Sanskrit für „Rad" oder „Kreis". Chakren sind Energiezentren im feinstofflichen Körper, die entlang der Wirbelsäule angeordnet sind. Im Kundalini Yoga unterscheidet man sieben Hauptchakren – vom Wurzelchakra am Steißbein bis zum Kronenchakra am Scheitel. Jedes Chakra ist mit bestimmten Organen, Emotionen und Bewusstseinsqualitäten verbunden. Viele Kriyas zielen darauf ab, bestimmte Chakren zu aktivieren oder auszugleichen.
Feueratem (Breath of Fire)
Eine schnelle, rhythmische Atemtechnik durch die Nase, bei der Ein- und Ausatmung gleich lang und kräftig sind. Der Nabel bewegt sich bei jeder Ausatmung nach innen. Feueratem reinigt das Blut, stärkt das Nervensystem und das elektromagnetische Feld. Er wird in vielen Kundalini Kriyas eingesetzt und gehört zu den fundamentalsten Pranayama-Techniken.
Guru Dev Singh
Guru Dev Singh (1948–2020) war der letzte Meister der Sat Nam Rasayan Tradition. Er wurde von Yogi Bhajan in der traditionellen Heilkunst ausgebildet und gründete 1993 die Sat Nam Rasayan Schule, um das Wissen erstmals öffentlich zugänglich zu machen. Er lehrte weltweit und bildete Lehrer aus, die seine Arbeit fortführen.
Kriya
Sanskrit für „Handlung" oder „Tat". Im Kundalini Yoga bezeichnet eine Kriya eine festgelegte Übungsreihe aus Körperhaltungen, Atemtechniken, Mantras und Meditationen mit einem bestimmten energetischen Ziel. Kriyas werden nicht verändert – die Reihenfolge, Dauer und Art der Übungen sind exakt vorgegeben, da jede Übung auf die vorherige aufbaut. Es gibt Hunderte von Kriyas für unterschiedlichste Themen. → Sat Kriya Anleitung
Kundalini
Die „schlafende Schlange" – eine Metapher für die schöpferische Urenergie, die nach yogischer Lehre am unteren Ende der Wirbelsäule ruht. Durch die Praxis des Kundalini Yoga kann diese Energie erweckt und durch die Chakren nach oben gelenkt werden. Das Ziel: höhere Bewusstseinszustände, Klarheit und spirituelles Wachstum.
Mantra
Ein Klang, eine Silbe oder eine Phrase, die wiederholt rezitiert wird, um den Geist zu fokussieren und bestimmte Bewusstseinsqualitäten zu aktivieren. Im Kundalini Yoga sind Mantras wie „Sat Nam", „Wahe Guru" oder „Ong Namo Guru Dev Namo" zentrale Elemente der Praxis. Sie wirken über die Vibration der Zunge am Gaumen auf die Meridianpunkte und stimulieren den Hypothalamus.
Mudra
Eine Handgeste oder Körperhaltung, die den Energiefluss im Körper lenkt. Jeder Finger ist nach yogischer Lehre mit bestimmten Qualitäten verbunden. Das „Gyan Mudra" (Daumen und Zeigefinger berühren sich) fördert beispielsweise Wissen und Klarheit. Mudras werden in Meditationen und Kriyas eingesetzt.
Mulbandh (Wurzelschloss)
Eine der drei Körperschleusen (Bandhas) im Kundalini Yoga. Mulbandh wird durch das gleichzeitige Anspannen der Beckenboden-, Geschlechts- und Nabelmuskulatur aktiviert. Es verhindert das Entweichen von Prana (Lebensenergie) nach unten und lenkt die Energie aufwärts. Wird in vielen Kriyas und besonders in der Sat Kriya eingesetzt.
Pranayama
Die bewusste Kontrolle des Atems und damit der Lebensenergie (Prana). Im Kundalini Yoga gibt es zahlreiche Pranayama-Techniken: langes tiefes Atmen, Feueratem, Wechselatmung, Sitali (kühlender Atem) und viele mehr. Pranayama ist ein Schlüssel zur Regulierung des Nervensystems und zur Vorbereitung auf Meditation.
Sadhana
Die tägliche spirituelle Praxis. Im Kundalini Yoga wird empfohlen, Sadhana in den „Amrit Vela"-Stunden (zweieinhalb Stunden vor Sonnenaufgang) zu praktizieren, da der Geist zu dieser Zeit besonders empfänglich ist. Eine vollständige Sadhana umfasst typischerweise Japji Sahib (ein Gebet), Kundalini Yoga Kriya, Meditation und Gesang. → 40-Tage-Challenge
Sat Nam
Das Bīj-Mantra (Samen-Mantra) des Kundalini Yoga. „Sat" bedeutet Wahrheit, „Nam" bedeutet Name oder Identität. Zusammen: „Wahrheit ist mein Name" oder „Meine wahre Identität". Es wird als Gruß, in Meditationen und als rhythmischer Bestandteil von Kriyas verwendet. Der Name „Sat Nam Rasayan" leitet sich direkt von diesem Mantra ab.
Shuniya
Der Zustand des „Nullpunkts" – eine tiefe, stille Bewusstseinsebene jenseits von Gedanken, Emotionen und Reaktionen. Shuniya ist die Grundlage jeder Sat Nam Rasayan Behandlung: Der Praktizierende stabilisiert seinen Geist in diesem Zustand, um von dort aus wahrnehmen und heilen zu können. Im Kundalini Yoga wird Shuniya auch als „creative void" beschrieben – der leere Raum, aus dem Schöpfung entsteht. → Was ist Sat Nam Rasayan?
Yogi Bhajan
Harbhajan Singh Khalsa Yogiji (1929–2004), bekannt als Yogi Bhajan, brachte Kundalini Yoga 1969 in den Westen und machte die bis dahin geheime Lehre öffentlich zugänglich. Er gründete die Organisation 3HO (Healthy, Happy, Holy) und beauftragte Guru Dev Singh mit der Weitergabe von Sat Nam Rasayan. Er ist auch als Gründer der Marke „Yogi Tea" bekannt.